Warum kastrieren doch nicht so schlimm ist, wie ich dachte …

Ich glaube, ich habe jetzt so fast alles erlebt, was Cowboys mit Kühen machen (dürfen/müssen). Und es gibt bleibende Erinnerungen, die ich garantiert nicht vergessen werde: Mein erstes Branding z.B.:

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Zum Branding und impfen werden alle Kälbchen zusammen getrieben und ein Cowboy beginnt mit dem sogenannten „roping“: Er wirft das Lasso im Idealfall um den hinteren rechten Huf und zieht das Kalb dann aus der Herde heraus. Zwei weitere Personen stehen Spalier, einer schnappt sich das Seil und zieht nach links, der andere schnappt sich den Schwanz und zieht nach rechts und im Idealfall kommt das Kalb dann auf der rechten Seite zu liegen.

Der eine Helfer kniet auf dem Hals und knickt den Vorderhuf ab, der andere hat einen Fuss am Gesäß und den anderen am rechten Huf und zieht das linke Bein so stramm wie möglich nach hinten. Dann sollte das Kalb ruhig liegen. Zwei Shots zum impfen in die Nase, Branding auf die Seite und – jetzt kommt der für Jungs unangenehme Teil – ein viel zu kleines Gummi um die Nuts 🙁 Fertig!

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Das Ganze ist wesentlich anstrengender, als es aussieht. Danach fühlt man sich ungefähr so 🙂

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Und bis gestern dachte ich, dass die Kühe besser als die Bullen dran sind, weil die nicht kastriert werden (können). Nun, ich habe meine Meinung geändert: Wenn die Kühe soweit sind, dass sie das erste Mal tragen können, wird gecheckt, ob Sie schwanger sind oder nicht. Denn 1,5 Kühe bringen mehr Geld als eine normale Kuh 🙂 Also kommt der Tierarzt und führt eine Sonde ein, und zwar ungefähr bis zur Schulter, um das zu checken. Ich glaube, das macht den Kühen auch nicht so großen Spaß, genau wie dem Tierarzt 🙂

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Fazit 1: Ich bin ehrlich gesagt so froh, dass ich niemals auf die Idee gekommen bin, Tierarzt zu werden!!!
Fazit 2: Ab heute werde ich Steaks mit ganz anderen Augen genießen …