Der mit dem Wolf tanzt …

Heute war ich der festen Überzeugung, den perfekten Tag zu erleben: Bin kurz nach 6 aufgestanden und in der morgendlichen Frische eine halbe Stunde joggen gegangen. Dann warme Dusche, Obst und amerikanische Leckereien zum Frühstück, Pferd satteln und in den Trailer verladen und auf „zur Arbeit“. Coole Besonderheit: Wir sind heute in die Gegend gefahren, in der auch ein paar Landschafts-Szenen für „Der mit dem Wolf tanzt“ gedreht wurden. Und es ist wirklich genau wie im Film: Endlose Weiten, Prärie soweit das Auge reicht und man kann den Wind im Gras rauschen hören. 85 Grad F machen den Tag perfekt. Ich bin glücklich und fühle mich einfach großartig. Liza, meine kleine schwarze Stute, lässt mich perfekte Reitmomente erleben und ich fühle mich wie Kevin Costner im Film, besser noch, wie ein richtiger Cowboy 🙂
Dann galoppiere ich gerade durch die Prärie, um ein paar Rinder einzufangen, als mein linker Steigbügel abreißt. Und ich stelle in Sekundenschnelle fest, dass meine Reitkünste noch nicht so weit sind, dass ich auch ohne das Ding klar komme. Wie kommt man am besten von einem galoppierenden Pferd herunter? Nun, manchmal bietet einem das Leben schneller eine Lösung an, als man denkt. Gefühlte 2 Sekunden später finde ich mich nämlich auf dem Boden der Prärie wieder…
Mein Ego ist ruiniert und meine Stimmung kippt augenblicklich in „was für ein Sch…-Tag!“ 🙁

2016-08-23 13.58.49

Ich steige wieder auf und frage mich: Ist das jetzt ein guter oder ein schlechter Tag? Was habe ich im Mentaltraining gelernt? Alle Ereignisse haben nur die Bedeutung, die wir ihnen geben. Also freue ich mich einfach, dass nix passiert ist und ich weiterhin in dieser wunderbaren Gegend sein darf. Und das coolste daran: Es funktioniert und fühlt sich tatsächlich genauso gut an 🙂

Fazit: Glück und Unglück liegen manchmal nur einen Wimpernschlag auseinander. Und entscheidend ist unsere Einstellung zu den Ereignissen!