Mein Cowboy-Abenteuer

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Auf meinem persönlichen Ziele-Visions-Board steht seit geraumer Zeit reiten lernen. Deswegen wollte ich hier unbedingt auf eine Ranch, um gleich von Cowboys zu lernen, die ja wissen sollten, wie es geht. So habe ich mein aktuelles zu Hause auf der New Haven Ranch / Wyoming gefunden, einer full working cattle Ranch.

Das erste, was ich auf der Ranch beigebracht bekommen und gelernt habe: „Don´t try to! Get the Job done, whatever it takes and whatever you have to do!“
Beim letzten Viehtrieb haben wir dann ein halb verhungertes Kälbchen gefunden, fern ab der Herde. Da stellt sich dann die Frage: Wie fängt man ein Kalb, wenn Ethan, der begleitende Wrangler, sich die Hand gebrochen hat und kein Lasso werfen kann??? Nun, wir haben folgende Lösung entwickelt: Zwei lenken es ab, einer springt vom Pferd und schleicht sich von hinten an, dann ein Teckling wie beim American Football machen, damit es umkippt, Hufe nach oben und irgendwie zusammen binden, abschließend stolz fotografieren lassen. 🙂

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Bevor ich jetzt böse Mails von Tierschützern bekomme: Das Ganze war auch zum Besten des Kalbs. Denn die Alternative wäre gewesen, dass es vor Ort, getrennt von der Mutter, schlicht und ergreifend verhungert/verreckt. So gibt es jedoch Zeitgenossen, die trotz Trennung von der Mama jeden morgen Frühstück genießen und dabei keinen unglücklichen Eindruck machen 🙂

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Was für mich bewegend ist, dass der Satz „Get the Job done“ hier tatsächlich kein blödes Management-Credo oder Touristen-Belustigung ist, sondern einfach notwendiges Mittel zum Zweck. Das Leben auf einer Ranch ist romantisch, einfach, schön, aber auch hart und konsequent. Der Unterschied zu meinem bisherigen Leben liegt in der Tatsache, dass hier die Konsequenzen extrem sind. Der Tod ist hier ein natürlicher Bestandteil des Lebens, das habe ich so intensiv noch nie erlebt.
Vorgestern hat der Blitz in einem Thunderstorm zwei Pferde getötet. Heute haben wir ein Kälbchen vor dem sicheren Hungertod gerettet. Hätten wir es nicht geschafft, und die Chancen standen max. 50 : 50, denn das Vieh ist auf einmal wie der Blitz gerannt, durch zwei Zäune durch, dann wäre die Konsequenz einfach und unschön gewesen.

Was ich also garantiert nie wieder vergessen werde: Get the Job done!!!